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Die Adipositas-Sprechstunde im St. Vinzenz Hospital Dinslaken findet nach Terminvereinbarung statt:

Bitte kontaktieren Sie

  • Susanne Fischer, Adipositas-Koordinatorin,

  • Tel. 02064 441351

  • adipositaszentrum@st-vinzenz-hospital.de  

 

 

 

Video: Laparoskopische Sleeve-Resektion

Video:Laparoskopische Magen-Bypass-Operation

 

Ursachen

Die Krankheit Fettsucht, Adipositas genannt, wird durch ein Wechselspiel von zuwenig Bewegung und durch zuviel Essenszufuhr hervorgerufen. Bei 90 % der Dicken liegt die Ursache ihres Problems an falscher Ernährung, Fresslust, oder völliger Überernährung. Die Gründe, zuviel Nahrung zu sich zu nehmen, können recht vielfältig sein.

 

Die Ursache der vielen dicken Kinder und Jugendlichen liegt in der vom Elternhaus erlernten falschen, ständig verfügbaren Ernährung, die schon im Säuglingsalter zur Beruhigung von Unlustzeichen eingesetzt wird.

Im Bemühen, bei der Säuglingsernährung alles richtig zu machen, wird der Futterrhythmus alle paar Stunden strikt eingehalten, egal, ob das Kind schläft oder hungrig ist. So verlernt der junge Organismus nach und nach die Signale von Hunger und Sättigung: der Grundstein für Übergewicht im Jugend und Erwachsenenalter. Charakteristisch für Fettsüchtige ist, dass ihr Sättigungsgefühl beeinträchtigt ist. Sie klagen darüber, dass sie nicht aufhören können zu essen.

 

Der Jo Jo Effekt

Eine Unzahl von unvernünftigen und wenige vernünftige Diätkuren werden von Ärzten, Heilern und Firmen angeboten, oft sehr teuer und manchmal auch mit definitiv ungesunden Anleitungen zum Abnehmen. Leider zeigen Behandlungen, die sich auf die reine Gewichtsabnahme konzentrieren,  eine sehr niedrige Erfolgs- und eine sehr hohe Abbruchrate, und die meisten, die Gewicht verlieren, nehmen es wieder zu. Das nennt man Jo-Jo Effekt, und viele haben durch diesen Effekt schon hunderte Kilos zu- und wieder abgenommen.

 

Body Mass Index (BMI)

 

Der Body Mass Index (BMI) gibt dabei Auskunft über den Ernährungszustand. Der Berechnung liegt zugrunde, dass das Körpergewicht in Relation zur Körpergröße gesetzt werden sollte. Die Formel lautet

  • BMI = Gewicht (Kg): [Körpergröße(m)xKörpergröße(m)]

  • Die Maßeinheit ist: Kg pro m2

  • BMI-Berechnung

Hier nun die medizinische Einteilung des Körpergewichts 

    • Normalgewicht

    BMI

    20,0 - 24,9

    • Übergewicht

    BMI

    25,0- 29,9

    • Adipositas Grad I

    BMI

    30,0 - 34,9

    • Adipositas Grad II

    BMI

    35,0 - 39,9

    • Adipositas Grad III

    BMI

    > 40

    • Adipositas Grad IV (Superadipositas)

    BMI

    > 50

     

    ACHTUNG! Der BMI gilt nicht für

    Leistungssportler, Bodybuilder, Schwangere oder stillende Mütter.

Adipositas und Ihre Folge-Erkrankungen

 

Wer wird operiert ?

Ab welchem Gewicht zahlen die Krankenkassen?

Von behandlungsbedürftigem Übergewicht spricht man bei einem BMI über 30 mit Zusatzerkrankungen wie hohem Blutdruck, Erhöhung der Blutfette, Zuckerkrankheit, Schlafstörungen oder Arthrose der großen Gelenke (Definition gemäß Weltgesundheits-Organisation WHO). Ab einem BMI von ≥ 40 wird eine Operation von der Gebietskrankenkasse als notwendige Heilbehandlung eingestuft und bezahlt.

 

Voraussetzungen für eine chirurgische Therapie

  • Body-Mass-Index>40Kg/m2 oder BMI>35Kg/m2 mit Begleiterkrankungen (Diabetes, Hypertonie, Arthrose, Schlafapnoe, usw.)

  • Lebensalter zwischen 18 und etwa 65 Jahren.

  • Nachweis der Ausgeschöpfung konservativer Methoden (Ernährungsumstellung, Diäten, Rehabilitationen, Ernährungsberatung, Verhaltenstherapie usw.)

  • Keine Depression (reaktive Depressionen aufgrund des Gewichtes ausgenommen).

  • Keine Alkohol-, Tabletten- und Drogenabhängigkeit

     

Alle Patienten werden durch einen mit der Adipositas-Problematik versierten Psychologen begutachtet, dessen Gutachten i.d.R. mit unserem Gutachten als Grundlage für die Bewilligungsentscheidung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MdK) dient.

Warum wird operiert ?

Es hat sich gezeigt, dass die operative Behandlung langfristige Erfolge bringt, ohne wesentliche Verminderung der Lebensqualität und vor allem ohne die Symptome von rigorosen Diätmaßnahmen! Wissenschaftlich konnte nachgewiesen werden, dass eine Langzeitgewichtabnahme bei therapiebedürftig Dicken am besten durch eine Operation erreicht wird.

Besonders positiv beeinflusst wird eine beginnende Zuckerkrankheit, eine "periphere Insulinresistenz" und eine Glukosetoleranzstörung, wenn ein Magenbypass angelegt wird. Gerade diese Veränderungen, die die Zuckerkrankheit ei Adipositas begleiten, sind aber langfristig sehr gefährlich für den dicken Patienten. Auch bei jungen Patienten steigt durch den gestörten Zuckerhaushalt das Herzinfarktrisiko stark an.

Diagnostik vor der Operation

Vor der Operation werden eine Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm, eine Ultraschalluntersuchung des Bauches und manchmal eine Röntgendarstellung von Speiseröhre und Magen durchgeführt. Darüber hinaus wird die Säure in der Speiseröhre und im Magen (sogen. 24-Stunden-pH-Metrie) gemessen. Eine Druckmessung in der Speiseröhre (Manometrie) liefert unter anderem Informationen über mögliche Schluckstörungen.

 

Operationsverfahren

Bei diesen Operationsmethoden wird der Magen durch Bildung eines "Vormagens" (Pouch) so verkleinert, dass nur mehr geringe Nahrungsmengen gegessen werden können. Alle drei Eingriffe bewirken eine Änderung des Sättigungsgefühles, das rasch nach Aufnahme kleiner Nahrungsportionen erreicht wird.

 

Magenband - Magenverkleinerung - Magenbypass

 

Magenband

 

 

Die Operation dauert ein bis zwei Stunden und wird in Vollnarkose durchgeführt. Das Magenband wird im Regelfall durch einen laparoskopischen Eingriff durchgeführt: Mittels 4-5 kleiner Einstiche werden die Spezialinstrumente für die Operation in die Bauchhöhle eingeführt.

 

 

So funktioniert ein Magenband: Es wird der Magen vom laparoskopisch eingesetzten Band in einen sehr kleinen Vormagen und den Rastmagen abgeschnürt. Schon ganz kleine Speisemengen füllen den Vormagen an und erzeugen ein Sättigungsgefühl. Kaut der operierte Patient nicht lange und gut genug, kann ein Speisestück  die Passage zwischen den beiden Magenteilen verlegen und er muß erbrechen. Dies führt bald zur Erziehung zu kleinen Essmengen, die langsam verspeist werden.

Magenband

 

Sleeve Resektion (Magenverkleinerung)

 

Für die Patienten mit extremen Formen von Übergewicht wurde in den letzten Jahren eine weitere Operationsmethode entwickelt, die sogenannte Magenschlauch-Operation, auch "gastric sleeve"-Operation genannt.

 

Bei dieser Operationsmethode wird ein Teil des Magens entfernt, so dass ein länglicher Magenschlauch entsteht. Dadurch wird ein schon durch kleinste Essportrionen ein Sättigungsgefühl erreicht.

 

Ausserdem wird der Magenanteil entfernt, in dem das Hormon Ghrelin Hunger erzeugt.

 

Der Vorteil der Methode: es wird kein Fremdkörper in den Körper eingebracht, der später Schwierigkeiten bereiten kann, und die Gewichtabnahme kann sehr rasch erfolgen.

 

Wenn es trotz des Eingriffs nach Jahren doch wieder zur Gewichtszunahme kommt, kann durch einen Zweiteingriff aus dem Magenschlauch ein Magenbypass geformt werden. Diese Operation ist ein Eingriff, der aber nur bei wenigen Patienten notwendig wird. Die meisten Patienten kommen mit der Magenschlauchoperation alleine gut aus.

Video: Laparoskopische Sleeve-Resektion

 

Magenschlauch-Resektion

"gastric sleeve resection"

Magenbypass ("gastric bypass")

 

Der Magenbypass ist der effektivste Weg zur Gewichtabnahme. Obwohl der Magenbypass ein technisch anspruchsvoller Eingriff ist, kann diese Operation in routinierten Händen sicher durchgeführt werden. Auch bei starker Neigung zu Süssspeisen wird hier die Gewichtreduktion möglich gemacht.

 

Der Magen wird im oberen Abschnitt unter Bildung einer kleinen Magentasche nach  Setzen von Metallklammern durchtrennt. Dadurch wird ein Vormagen ("Pouch)" mit einem Füllungsvolumen von ca. 15-20ml und einem Durchmesser von 1-2cm gebildet. Diese Magentasche wird dann mit einer Dünndarmschlinge verbunden, so dass ca. 1 Meter des Dünndarms ("short limb") oder 1,5 Meter ("long limb") aus der Nahrungspassage ausgeschaltet sind.

 

Dieser Dünndarm wird dann mit der Dünndarmschlinge, die vom Restmagen kommt und Verdauungssäfte (Galle- und Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit) fördert mittels einer weiteren Naht verbunden.

Video:Laparoskopische Magen-Bypass-Operation

 

Hinweis: Die Erfolgsrate für einen dauerhaften Gewichtsverlust durch eine nicht-operative Behandlung (Diät, multimodale Programme, etc.) ist extrem niedrig. Wenn der Body-Mass-Index den Wert 35kg/m2 überschritten hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit mit Diät und anderen nicht-operativen Methoden nachhaltig und dauerhaft abzunehmen unter 5%, durch Anti-Adipositasoperationen steigt die Wahrscheinlichkeit auf über 80% an !

 

Magen-Bypass

"Roux-Y-Bypass"

Mögliche Probleme bei und nach der Operation

 

Auch bei größter Sorgfalt und Sachverstand sind Komplikationen in der Chirurgie immer möglich. Neben den Risiken einer Allgemeinnarkose können bei der Operation in seltenen Fällen Blutungen auftreten, die unter Umständen dazu führen, dass Blut transfundiert werden muss und evtl. auch ein Bauchschnitt mit Eröffnung der gesamten Bauchhöhle erfolgen muss, um die Blutung zu stillen. Ist eine Milzverletzung bei der Operation  ( ca. 0,5-1%) aufgetreten, muss die Milz manchmal entfernt werden.

Treten Verletzungen von Hohlorganen (Speiseröhre, Magen, Darm, weniger als 1%) auf, müssen diese wieder vernäht werden. Hierbei kann es auch zu Bauchfellentzündungen kommen. Selten treten bei oder nach der Operation Thrombosen (0,5 – 1%) auf, die wiederum in seltenen Fällen auch einmal zu gefährlichen Lungenembolien führen können.

 

Probleme nach Band und Sleeve - Versagen von Band und Sleeve

Manche Patienten nehmen trotz Magenband und Sleeve Resektion (Schlauchmagen) wieder zu oder ungenügend ab. Hier soll in erster Linie ein Überdenken der Diät stattfinden und das Trainingsprogramm verstärkt werden. Manchmal hilft hier aber nur mehr die Umwandlung in eine andere Operation: in den Y-Roux Magenbypass. Dies ist ein Eingriff, der echten Zentren für Übergewicht vorbehalten ist und nur von routinierten laparoskopischen Chirurgen mit speziellen Kenntnissen auf diesem Gebiet durchgeführt werden soll. Liegt ein Magenband als Ersteingriff vor, wird dieses im gleichen Eingriff entfernt. Bei Patienten mit Sleeve Operation wird der Sleevemagen als Magenpouch verwendet und mit dem Dünndarm verbunden.

 

Sodbrennen nach Sleeve Operation

Manchmal entwickeln Patienten nach Sleeve (Magenschlauch) ein schwer medikamentös zu beeinflussendes Sodbrennen, es kommt zu Reflux. Hier kann durch eine Umwandlung in einen Magenbypass eine sehr wirksame Korrektur vorgenommen werden.

 

Erfolgsaussichten nach der Operation

Die Heilungsergebnisse nach der endoskopischen Refluxoperation sind sehr gut,

 

Verhaltensregeln nach der Operation

Nach der Operation sollten Sie bedenken, dass Ihr Schluckakt erst wieder neu antrainiert werden muss. Dies geht bei den meisten Patienten innerhalb weniger Stunden, selten dauert dies aber auch einmal einige Tage.

Diät nach der Operation

Nach der Operation ist es wichtig, dass Sie es schaffen, Ihre Essgewohnheiten umzustellen. Denn nur, wenn Sie gesünder leben, werden Sie langfristig Erfolg haben. Das ist vielleicht zunächst eine Herausforderung, doch es hilft Ihnen, ambesten von Ihrer Operation zu profitieren. Ihr Ernährungsberater wird Sie hierbei unterstützen.

Nach dem Eingriff werden Sie vermutlich zunächst Flüssigkost und dann pürierte oder halbfeste Nahrung erhalten. Danach kehren Sie allmählich zu einer normaleren Kost mit gesunden, fettarmen und kalorienarmen Nahrungsmitteln zurück. Sich an Ernährungsvorschriften zu halten bedeutet nicht, dass Sie Ihr Leben nicht mehr genießen können. Sie können immer noch mit Ihrer Familie und Ihren Freunden essen gehen. Sie sollten es nur schaffen, sich ein neues Essverhalten anzugewöhnen, das Ihnen dabei hilft, nicht zu viel zu essen und unangenehme Nebenwirkungen zu vermeiden.

Nehmen Sie sich Zeit, konzentrieren Sie sich auf die Unterhaltung, nutzen Sie diese Gelegenheiten als eine Chance zu entspannen, ohne dass das Essen im Vordergrund steht.

Bewegung

Nach einer chirurgischen Behandlung der Fettleibigkeit ist es auch wichtig, dass Sie sich mehr bewegen. Patienten wird in der Regel empfohlen, langsam mit Sport zu beginnen. Bevor Sie Ihre körperliche Aktivität steigern, sollten Sie Ihren Adipositas-Chirurgen fragen, wer Ihnen ein individuelles Bewegungsprogramm zusammenzustellen kann, das für Sie speziell geeignet ist. Je mehr Sie abnehmen, desto leichter werden Ihnen auch allmählich körperliche Aktivitäten fallen.

Welche Formalitäten müssen Sie erledigen?

Wenn sie selber nach Beratung, Vorinformation und reiflicher Überlegung die Entscheidung getroffen haben, Ihr Übergewicht operativ behandeln zu wollen sollten sie folgende Schritte in Angriff nehmen:  

    • Bescheinigung Ihres Hausarztes mit der Befürwortung der Operation einholen
    • Adipositasberatung bei uns, Gutachtenerstellung durch uns
    • Kontakt+Besuch einer Selbsthilfegruppe (z.B.www.adipositas-shg-dinslaken.de)
    • Sammeln aller Unterlagen zu Ihrer Gesundheit, Behandlungen, Diäten, etc.
    • ggf. Durchführung einer Magen- und Darmspiegelung
    • ggf. Untersuchung beim Gynäkologen oder Endokrinologen
    • Terminvereinbarung für ein psychosomatisches Evaluationsgespräch

 

Bei der Koordination und Terminvereinbarung der oben angegeben Untersuchungen werden wir Ihnen helfen.

In der Regel kann dies durch unsere Adipositas-Koordinatorin (Tel.:02064-441022) erfolgen.

Hier finden Sie zur Unterstützung folgenden Dokumente, die bei der Antragserstellung helfen können:

 

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